Fixed Income – Investieren in festverzinsliche Wertpapiere

Im Kosmos der Investmentstrategien macht sich vor allem derzeit eine einen Namen: das sogennante Fixed Income. Interessant ist sie vor allem, da sie in der Regel eine feste und verlässliche Verzinsung bietet. Dies kann insbesondere in unsicheren wirtschaftlichen Zeiten von Vorteil sein, da die Risiken geringer sind als bei Aktienanlagen. Außerdem kann eine Diversifikation des Portfolios durch die Aufnahme von Fixed Income-Anlagen dazu beitragen, das Gesamtrisiko zu reduzieren. Eine weitere Möglichkeit ist auch das Management des Portfolio-Duration-Risikos, das bedeutet das Risiko das durch die Zinsänderungen entsteht. Durch die Wahl von verschiedenen Laufzeiten und Bonitäten von Anleihen kann das Duration-Risiko gestreut und damit reduziert werden. Fixed Income-Anlagen eignen sich daher insbesondere für Anleger, die eine vergleichsweise sichere und stabile Verzinsung suchen und nicht bereit sind, hohe Risiken einzugehen.

Was ist Fixed Income?

Fixed Income, zu Deutsch festes Einkommen, ist der englische Begriff für die festgeschriebene Verzinsung von Wertpapieren. Gleichzeitig wird der Name auch für die Investmentstrategie verwendet, bei der Investoren ihr Geld in festverzinsliche Wertpapiere, die sogenannten Fixed Income Securities, anlegen.

Das sind Titel, die einen nominalen Wert, einen festgelegten Kupon und gegebenenfalls ein Rückkaufsdatum haben. Der Nominalwert, auch Nennwert genannt, ist der Geldbetrag, der auf der Anleihe vermerkt ist. Er definiert, wie hoch die Forderung ist und dient gleichzeitig als Grundlage für die Verzinsung.

Die Höhe der Verzinsung ist der Kupon, ein veralteter Begriff, der dennoch weiterhin genutzt wird. Als Wertpapiere tatsächlich noch aus Papier bestanden, erhielten Anlegerinnen und Anleger Zinskupons, die sie bei der Bank gegen die Zinsen eintauschen konnten. Die Zinsen sind bei Fixed Income Securities festgeschrieben und so wissen Anlegerinnen und Anleger anhand des Nennwertes, den sie nach Ende der Laufzeit zurückerhalten, und dem Zinssatz bereits von Beginn an, wie viel sie am Ende erhalten.

Beachten sollten sie aber, dass die Kurse von Anleihen durchaus schwanken können, was die zu erzielende Rendite und damit die Erträge und den Gewinn beeinflussen kann. Die Schwankungen ergeben sich durch Zinsanpassungen. Es ändert sich zwar nicht der spezielle Zinssatz des festverzinslichen Wertpapiers des Anlegers, denn dieser ist ja festgeschrieben. Aber durch Umstände wie die Anpassung der Leitzinsen kann sich auch der Zinssatz der Anleihe ändern, die dann mit einem anderen Kupon an neue Anleger verkauft wird.

Ein Beispiel:

Sie kaufen eine Anleihe mit einem Nennwert von 1.000 Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren. Der Kupon liegt bei 5 Prozent. Der Kurs der Anleihe liegt beim Kauf beim 98 Prozent, beim Rückkauf allerdings bei 100 Prozent. Das bedeutet, dass Sie für die Anleihe 980 Euro zahlen, allerdings 1.000 Euro am Ende der Laufzeit zurückerhalten. Hinzukommen die Zinszahlungen in Höhe von 250 Euro. Sie erhalten also 1.250 Euro zurück und haben damit einen Gewinn von 270 Euro erzielt (1.250 Euro minus 980 Euro). Die Rendite, der effektive Jahreszins, liegt bei 5,51 Prozent.

Kaufen Sie die gleiche Anleihe nun bei einem Kurs von 100 Prozent und der Kurs würde am Ende der Laufzeit nur noch 98 Prozent betragen, sinkt ihr Gewinn. Sie zahlen für das Wertpapier nun 1.000 Euro beim Kauf und erhalten 980 Euro zurück. Inklusive Zinsen belaufen sich die Erträge auf 1.230 Euro, der Gewinn liegt nur noch bei 230 Euro, die Rendite bei 4,60 Prozent.

An diesem Beispiel erkennt man die Wirkung der Kurse von festverzinslichen Wertpapieren sehr gut. Auch, wenn die anderen Faktoren unveränderlich sind – durch die Schwankungen können Ihre Erträge und damit Ihr Gewinn durchaus steigen oder sinken.

Aber keine Sorge: In der Regel beträgt der Rückzahlungskurs 100 Prozent, sofern Sie die Anlage bis zum Ende der Laufzeit halten. Fixed-Income-Produkte gelten aufgrund ihrer Planbarkeit und des geringen Risikos als interessante Geldanlage für Investorinnen und Investoren mit einer geringen Risikobereitschaft.

Welche Arten von Fixed Income gibt es?

Staats- und Unternehmensanleihen (Bonds)

Diese festverzinslichen Wertpapiere werden von Staaten oder Unternehmen ausgegeben. Mit der Schuldverschreibung generiert der Emittent, also der Herausgeber der Anleihe, frisches Kapital und verpflichtet sich gleichzeitig dazu, regelmäßig Zinsen an den Investor zu zahlen. Der Zinssatz ist festgeschrieben und damit bis zum Ende der Laufzeit unveränderlich.

Nachranganleihen (Subordinated Bonds)

Sie bilden eine Unterform der Unternehmensanleihen. Die Zinsen sind hier höher als bei der klassischen Anleihe, dafür hat der Emittent ein Kündigungsrecht gegenüber dem Käufer der Nachranganleihe.

Dieser wird zudem, im Falle einer Insolvenz des Unternehmens, nachrangig behandelt. Das bedeutet, dass andere Gläubigerinnen und Gläubiger vorher ausbezahlt werden. Die Laufzeit ist meistens sehr lang und der feste Zinssatz ändert sich in der Regel nach einigen Jahren von einem festen zu einem variablen Zinssatz.

Nullkuponanleihen (Zerobonds)

Wie der Name schon verrät, verfügen die Nullzinsanleihen über keinen Zinskupon. Sie werden dafür zu einem niedrigeren Kurs herausgegeben, der dann bis zum Ende der Laufzeit steigt – in der Regel auf 100 Prozent. Der Kupon ergibt sich aus der Differenz aus Emissions- und Rückkaufpreis.

Hochzinsanleihen (High Yields)

High Yields werden von Staaten oder Unternehmen herausgegeben, die die üblichen Bonitätskriterien nicht erfüllen, die also eine mittelmäßige bis schlechte Kreditwürdigkeit haben. Die hochspekulativen Wertpapiere werden meistens herausgegeben, wenn Staaten oder Unternehmen in einer Finanzkrise stecken. Vorteil für die Anleger: Diese Anleihen sind hoch verzinst – auf Kosten eines hohen Risikos.

Pflichtwandelanleihen

Bei dieser Art von Anleihen hat der Investor das Recht, das festverzinsliche Wertpapier in einem bestimmten Verhältnis in Aktien umzuwandeln. Das ist innerhalb einer festgelegten Frist möglich. Läuft diese ab und es kommt nicht zum Umtausch, bleibt die Wandelanleihe eine ganz normale Anleihe.

Entschließt sich der Anleger für eine Wandlung, tritt er vom Recht auf Zinszahlungen und Rückzahlung der Anleihe zurück. Dafür kann er die Anleihe in andere Aktien umwandeln – es muss sich dabei nicht um Aktien des Emittenten der Anleihe handeln.

Neben diesen Anlageprodukten zählen u. a. auch Genussscheine, Asset Backed Securities, Pfandbriefe und Banken-Inhaberschuldverschreibungen zu Fixed Income.

Für wen eignet sich eine Investition?

Ein Investment in die meisten Fixed-Income-Produkte eignet sich in erster Linie für institutionelle Anleger. Häufig sind Privatanleger als Zielgruppe sogar gänzlich ausgeschlossen. Einige Fixed Income Securities können private Investoren an der Börse kaufen.

Privatanleger sind daher in den meisten Fällen auf Anleihefonds und Anleihe-ETFs angewiesen. Der Grund für den häufigen Ausschluss von privaten Investoren ist simpel: Seit 2018 sind Emittenten dazu verpflichtet, Privatanlegern beim Kauf einer Anleihe ein Basisinformationsblatt auszuhändigen. Dieses wird aber in der Regel bei den meisten Anleihen nicht erstellt. Somit sind Privatanleger nicht berechtigt, diese Anleihen zu kaufen.

Die Zahl der Anleihen, die für Privatpersonen handelbar sind, hat sich seit der EU-Regulierung von 2018 drastisch reduziert. Hinzu kommt, dass viele der Anleihen nur in hoher Stückelung ausgegeben werden. Das bedeutet, dass eine einzelne Anleihe in solch einem Fall mindestens 100.000 Euro kostet.

Mit unseren LF - Sustainable Yield Opportunities bieten wir institutionellen und privaten Anlegern eine interessante Option der Kapitalanlage. Unsere Expertinnen und Experten suchen für Sie nach Unternehmensanleihen mit einem aussichtsreichen Chance-Risiko-Profil. Die Anleihen zeichnen sich durch ein kalkulierbares Risiko aus und erzielen regelmäßig Renditen, die höher sind als bei anderen Rentenfonds. Ein weiterer Pluspunkt: Unsere LF - Sustainable Yield Opportunities unterstützen ESG-Werte.

Wie läuft eine Fixed-Income-Anlage ab?

Im Prinzip funktioniert eine Fixed-Income-Anlage wie ein Kredit. Der Herausgeber ist Kreditnehmer, der Anleger Kreditgeber. Um sich mit frischem Kapital zu versorgen, gibt der Emittent eine Fixed-Income-Anlage heraus. Im Rahmen dieser verpflichtet er sich den Nennwert der Anlage, also die Kreditsumme, zuzüglich eines fest vereinbarten Zinskupons am Ende der definierten Laufzeit zurückzuzahlen.

Die Bonität des Herausgebers und die Laufzeit entscheiden über die Höhe des Zinssatzes. Je besser die Kreditwürdigkeit des Schuldners ist und je länger die Laufzeit, desto höher sind die Zinsen für Investorinnen und Investoren. Allerdings wirkt sich auch das allgemeine Zinsniveau auf den Zinssatz aus. Der beim Kauf des Wertpapiers ausgemachte Zinssatz ist in der Regel unveränderlich. Nach Ende der Laufzeit erhält der Anleger den Rückzahlungsbetrag inkl. Gewinn zurück.

Wichtig für Anlegerinnen und Anleger: Informieren Sie sich über die Kreditwürdigkeit des Herausgebers der Fixed-Income-Anlage oder werfen Sie einen Blick auf die Risikobewertung von Rating-Agenturen.

Vorteile von Fixed Income

Der Vorteil von Fixed Income liegt eindeutig in der Planbarkeit und dem überschaubaren Risiko. Vor allem bei kreditwürdigen Herausgebern ist das Risiko für Investoren gering. Die regelmäßige Auszahlung von Zinsen sorgt für stetige Einnahmen, während das eingesetzte Kapital erhalten bleibt.

Da es zahlreiche Herausgeber von Fixed-Income-Produkten gibt, bietet sich Anlegerinnen und Anlegern die Möglichkeit, ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen.

Nachteile von Fixed Income

Vor allem in den vergangenen Jahren lagen die zu erwartenden Renditen bei den klassischen Fixed-Income-Anlagen eher im unteren Bereich. Grund dafür war die Niedrig- bzw. Nullzinspolitik. Das hatte zur Folge, dass manche Anleihen sogar im negativen Bereich rentierten.

Da sich die Zinsen von Fixed-Income-Anlagen auch an der allgemeinen Zinsentwicklung orientieren, hat sich diese Situation seit 2022 verändert. Die Erhöhung der Leitzinsen führte zu steigenden Zinsen und dieser Trend wird sich nach Meinung von Experten weiter fortsetzen. Im Vergleich zu anderen Möglichkeiten der Kapitalanlage erwarten Investoren mit Fixed-Income-Produkten aber weiterhin geringere Renditen.

Fazit zu Fixed Income

Fixed Income ist vor allem für institutionelle Anlegerinnen und Anleger eine interessante Art der Kapitalanlage zum Vermögensaufbau. Aber auch private Anleger können im Rahmen von ETFs und Fonds am Fixed-Income-Markt partizipieren.

Es lohnt sich, die verschiedenen Produkte anzuschauen und sich beraten zu lassen, welche Fixed-Income-Anlage sich am besten eignet. Vor allem bezüglich der zu erwartenden Rendite aber auch bezüglich des Risikos unterscheiden sich die Produkte – ein genauer Blick ist ratsam.

Spezialtipp: Finden Sie die geeignete Anlagestrategie

Um in Fixed-Income-Produkte zu investieren, können Anleger entweder auf einzelne Wertpapiere oder auf Fonds zurückgreifen. Investorinnen und Investoren, die festverzinsliche Wertpapiere bis zum Laufzeitende halten, gleichen Kursschwankungen gut aus und profitieren von einer planbaren Rendite. Allerdings setzen sie mit der Fixed-Income-Anlage auf einen einzelnen Emittenten, was immer ein Ausfallrisiko birgt. Als alleinige Kapitalanlage eignen sich die Produkte nicht.

Dem Ausfallrisiko wirken Anlegerinnen und Anleger entgegen, indem sie sich für Fonds entscheiden, da sie dabei in festverzinsliche Wertpapiere unterschiedlicher Herausgeber investieren. Sie machen sich also nicht von einem Emittenten abhängig. Die Wertpapiere können sogar jederzeit ausgetauscht werden. Wem die Expertise oder die Zeit dafür fehlt, greift auf ein aktives Fondsmanagement zurück, was allerdings Kosten mit sich bringt.

Welche Strategie für Sie am Ende die richtige ist, müssen Sie anhand Ihrer Risikobereitschaft, Ihrer Ziele und Lebenssituation einschätzen. Ausführliche Informationen dazu finden Sie unserem Ratgeber zu Investmentstrategien.

FAQ zu Fixed Income

Die Inflation hat einen direkten Einfluss auf den Wert der Anlage. Der Zinskupon weist den Nominalzins aus, der nicht dem Realzins entspricht. Das bedeutet: Bei einer derzeitigen durchschnittlichen Inflation von 7,9 Prozent und einem angenommenen Zinskupon von 3 Prozent läge der Realzins mit – 4,9 Prozent noch immer weit im negativen Bereich.

Ja, die gibt es. Bei ihnen sind die Zinsen an die Inflationsrate gekoppelt. Steigt die Geldentwertung, steigen auch die Zinsen. Inflation Linked Bonds sind allerdings teurer als klassische Anleihen. Eine gute Rendite ist aber auch bei ihnen nicht garantiert.

Anleihen sind nicht börsenpflichtig und können daher auf speziellen Online-Plattformen und über Over-the-Counter-Geschäfte bei Banken und Online-Brokern gekauft werden. Ein Kauf an der Börse ist aber auch möglich.

Fixed Income eignet sich vor allem für Investoren mit geringer Risikobereitschaft, die gerne weit in die Zukunft planen. Fixed Income lohnt sich als zusätzliche Anlage fürs Portfolio auf jeden Fall. Privatanleger müssen dabei meistens Fonds und ETFs nutzen – ein Direktkauf ist für sie oft ausgeschlossen.

Beim Kauf von Fixed-Income-Anlagen fallen Depotgebühren, Odergebühren und Transaktionskosten an. Ein Vergleich der Anbieter ist sinnvoll. 

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