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Unsere Positionierung zu bestimmten Nachhaltigkeits-Themen

LAIQON definiert Nachhaltigkeit über klare, nachvollziehbare Positionierungen zu zentralen ESG‑Themen. Unsere Grundsätze basieren auf etablierten internationalen Standards, regulatorischen Vorgaben sowie transparenten Ausschlusskriterien. Ziel ist es, Anlegern eine verlässliche Orientierung zu bieten und die Entscheidungsgrundlagen unserer nachhaltigkeitsbezogenen Investmentprozesse offen darzustellen.

Die hier aufgeführten Positionierungen schaffen Transparenz über unsere Haltung zu kontroversen Geschäftsmodellen, Nachhaltigkeitsrisiken und verantwortungsbewussten Investitionsansätzen als Grundlage für konsistente, prüfbare und regelkonforme ESG‑Integration.

Positionierung zu Rüstung und kontroversen Waffen

Kontroverse Waffen

  • Geächtete / umstrittene / verbotene Waffen bezeichnet zum einen die im Sinne der internationalen Verträge und Übereinkommen, der Grundsätze der Vereinten Nationen und, soweit anwendbar, der innerstaatlichen Rechtsvorschriften definierten umstrittenen Waffen. Darunter fallen derzeit biologische und chemische Waffen sowie Streumunition und Anti-Personenminen. Diese fallen auch unter die Berichterstattung der sogenannten PAIs (Principal Adverse Impacts, PAI – deutsch: wesentliche nachteilige Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren gemäß Artikel 4 von (EU) 2019/2088) auf Unternehmens- und Produktebene
  • Weitere kontroverse Waffensysteme entfallen auf Atomwaffen, abgereichertes Uran und weißer Phosphor bzw. sogenannte Flammwaffen (wie auch Napalm)
  • Involvierung zu solchen Waffensystemen erfolgt nicht umsatzbasiert, sondern welche Schlüsselkomponenten geliefert werden und ob diese Komponenten maßgeschneidert für das Endprodukt sind. Hier unterscheiden Datenanbieter zwischen Verdachtsfällen, Teilkomponenten oder Herstellern von essenziellen Bestandteilen der finalen Waffe.

Die Bestandteile kontroverser Waffen sind in einer separaten Positionierung genauer beschrieben. Der für unsere Publikumsfonds angewendete Ausschluss kontroverser Waffen gilt durchgehend.


Rüstung im Allgemeinen

Als Ergebnis von unten genannten Argumenten schließen die LAIQON Gesellschaften für ihre auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Publikumsfonds sowie nachhaltig ausgerichtete Vermögensverwaltungsprodukte Emittenten aus, die mehr als 5 oder 10% mit Herstellung von Rüstungsgütern erwirtschaften. Rüstungsgüter werden dabei in der Regel je nach Analyse von ISS-ESG als „combat equipment“ gewertet. Der Ausschluss gilt für Herstellung und Vertrieb, nicht jedoch für Zulieferer, wenn die Komponente ein sogenannter „dual-use“ (mehrfacher Verwendungszweck) ist. Die LAIQON Gruppe hat sich mehrheitlich dazu entschlossen, die Änderung des Verbändekonzeptes  des deutschen Zielmarktes für Nachhaltigkeitspräferenzen nicht umzusetzen. Damit gelten für die meisten Publikumsfonds nach wie vor die gleichen Ausschlusskriterien.


Argumente für Rüstung

  • Die geopolitische Situation muss neu gedacht werden und erfordern ein neues Sicherheitsdenken. Daher kann es keinen Frieden ohne Verteidigung geben
  • Europa muss verteidigt werden können für eine nachhaltige Zukunft
  • Das Infrastrukturpaket der europäischen Union bietet für Vermögensverwalter Investitionschancen
  • Vorgetragenes Argument, dass die großen Rüstungskonzerne und Waffenproduzenten oft abseits des Endproduktes „gute Nachhaltigkeitsattribute“ vorweisen können
  • Viele technologischen Entwicklungen, die der Nachhaltigkeit zugute kommen, stammen aus der Verteidigungsindustrie (wie z.B. Unterwasseranalysesysteme für die sogenannte „blue economy“, Radarsysteme zur Überwachung von Entwaldung, etc.)
     

Unsere Argumente gegen Rüstung

  • Negatives SDG Impact Rating der Datenanbieter. Rüstungskonzerne werden im Schnitt von unserem Datenanbieter ISS Sustainability Solutions signifikant negativ im SDG16 „Peace, Justice and Strong Institutions“
  • Langlebigkeit von Rüstungsgütern als Angriffswerkzeuge und intransparenter Sekundärmarkt für Waffen
  • Unternehmensstruktur, Corporate Governance und Zahlungsabwicklungen über Tochtergesellschaften sorgen für Intransparenz
  • Risiko von Waffenexporten in Krisenregionen; erhöhtes Reputationsrisiko für Kunden und für LAIQON
  • Oft von Kunden oder Vertriebspartnern als Ausschlusskriterium gesehen, Mindestausschlusskriterium für FNG-Siegel Bewerbung
  • Anders als das vorgetragene Argument ergibt unsere interne Analyse von Rüstungskonzernen auf Basis von ISS Sustainability Solutions Daten keine nennenswert hervorzuhebenden Nachhaltigkeitsattribute, negativ sticht beispielsweise ein überdurchschnittlich hoher CO2-Fußabdruck heraus


Prüfung

Ob ein Unternehmen, das im Bereich Rüstung aktiv ist investierbar ist oder nicht. erfolgt in der Regel datenbasiert über ISS-ESG. Ausschlaggebend ist hier unter anderem, ob es sich um einen Zulieferer aus dem sogenannten non-combat Bereich handelt oder ob das hergestellte Produkt unter „dual-use“ fallen kann. Im Rahmen der verbindlichen Elemente der Anlagepolitik kann ein Emittent durch den Head of Group Sustainability einer besonderen Prüfung unterzogen werden, unter anderem im Bereich Corporate Governance, Export-Kontrolle des Unternehmens oder allgemeine Nachhaltigkeitsattribute.

Folgende Publikumsfonds der LAIQON Gruppe schließen Emittenten, die mehr als 5% Umsätze mit der Herstellung von Rüstungsgütern erzielen, aus. Diese Fonds schließen auch kontroverse Waffen auf. Geächtete Waffen werden gemäß Richtlinie konzernweit ausgeschlossen

  • LF – Green Dividend World
  • LF – European Hidden Champions
  • LF – AI Impact Equity US
  • LF – AI Impact Equity EU
  • LF – Sustainable Yield Opportunities
  • LF – ASSETS Defensive Opportunities
  • LF – Dynamic Yield Opportunities
  • MainFirst – Global Equity Fund
  • MainFirst – Global Equity Unconstrained Fund
  • MainFirst – Absolute Return Multi Asset Fund
  • MainFirst – Megatrends Asia
  • Selection Rendite Plus  
  • LF – MFI Global Dynamic Protect  
  • LF - MFI Rendite Plus1


    1 Ausschluss gilt nicht für Schusswaffen ziviler Nutzung

  • ISS Sustainability Solutions, hier verwenden wir den vorgefertigten Screen des FNG-Siegels zu den Mindestausschlüssen
  • Arms Exit List: Gerade hier erlaubt die Datenbank eine Analyse, welche Waffenkomponenten von welchem Hersteller in welches Land autorisiert wurden und in welcher Form es sich bei dem Zielland um eine Konfliktregion handelt
     

Positionierung zu Öl, Gas, Ölsände und Fracking

Einige von den von LAIQON Gesellschaften verwalteten Publikumsfonds schließen Unternehmen mit erzielten Umsätzen aus den Bereichen Öl, Gas, Ölsände und / oder Fracking aus dem Anlageuniversum aus. Dabei richtet sich der Ausschluss nach dem jeweiligen Nachhaltigkeitsambitionsniveau der einzelnen Strategien. Für Fonds mit Nachhaltigkeitsbezug im Fondsnamen gilt gemäß ESMA-Leitlinie für nachhaltigkeitsbezogene Fondsnamen folgender Ausschluss.

  • Unternehmen, die 10 % oder mehr ihrer Einnahmen mit der Exploration, der Förderung, dem Vertrieb oder der Veredelung von Erdöl erzielen;
  • Unternehmen, die 50 % oder mehr ihrer Einnahmen mit der Exploration, der Förderung, der Herstellung oder dem Vertrieb von gasförmigen Brennstoffen erzielen

Ein besonderes Augenmerk gilt dabei auch für Fonds ohne Nachhaltigkeitsbezug im Fondsnamen auf Unternehmen, die höhere Umsätze mit Ölsänden oder der Anwendung der sogenannten „Fracking-Technologie“ verwenden. Beide Aktivitäten werden oft unter „unconventional Oil & Gas Extraction methods“ subsummiert und gelten oft für Kunden als Ausschlusskriterium – unter anderem auch als Mindestausschluss für eine Bewerbung für das FNG-Siegel (falls relevant).

Bei folgenden Fonds kommt der Ausschluss von Fracking oder Ölsänden zum Einsatz

  • LF – Green Dividend World
  • LF – European Hidden Champions
  • LF – AI Equity Impact EU
  • LF – AI Equity Impact US
  • MainFirst – Global Equity Fund
  • MainFirst – Global Equity Uncontrained Fund
  • MainFirst – Megatrends Asia
  • LF – ASSETS Defensive Opportunities
  • LF – Sustainable Yield Opportunities
  • LF – Dynamic Yield Opportunities
  • MainFirst – Absolute Return Multi Asset
  • LF – Global Multi Asset Sustainable
  • LF – WHC Global Discovery
  • LF – MFI Rendite Plus
  • Selection Rendite Plus
  • LF – MFI Global Dynamic Protect[1]

[1] Hier gilt kein Ausschluss von Öl und Gas

Datenquelle und Umsetzung: hier gelten standardisierte Screens aus ISS-ESG Datadesk, die insbesondere für die Anwendung der Anforderung der ESMA Leitlinie für nachhaltigkeitsbezogene Fondsnamen zum Einsatz kommt.

Positionierung zu Bergbau im Zusammenhang mit Metals & Mining

Die LAIQON Gruppe mit ihren Rechtseinheiten ist sich der Bedeutung von Bergbau in Bezug auf die Förderung essenzieller Rohstoffe bewusst. Gleichwohl ist die Förderung der Rohstoffe mit (teilweise erheblichen) Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft verbunden, die den Sektor Bergbau allgemein als Sektor mit hohen Nachhaltigkeitsrisiken verbindet. Das liegt auch daran, dass die Förderstätten oftmals in entlegenen Regionen sind oder in Jurisdiktionen mit gesellschaftlichen Spannungen oder Konfliktpotenzial. Dabei werden viele der geförderten Edelmetalle oder allgemein Rohstoffe mit Zukunftstechnologien in Verbindung gebracht, zum Beispiel Batterien für die Speicherfähigkeit erneuerbarer Energien oder auch deren Verwendung in Halbleitern oder Mikrochips.

Zum derzeitigen Zeitpunkt unterliegt Bergbau per se keinerlei Einschränkungen hinsichtlich Erwerbbarkeit für Nachhaltigkeitsfonds. Neben der rein quantitativen Betrachtungsweise ist auch der Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in der Zukunft entscheidend – unten dargestellt am Beispiel Kupfer.

  • Zwischen 2024 und 2030 wird von einer Zunahme der Kupfernachfrage aus dem Cleantech-Bereich von 41% gerechnet
  • Da Kupfer das Schlüsselmetall für alle elektrischen Systeme ist, ist eine Energiewende ohne dieses Metall nicht denkbar (Netze, Motoren, PV, Wind
  • Auf der Liste der „Critical Minerals“ für die Energiewende der IEA & EU-Kommission steht Kupfer auf Platz 1[1]

Einige wichtige Aspekte sind dennoch zu beachten und sie werden verstärkt in unseren Investmentprozess integriert. Darunter zählen folgende Parameter:

  • Norm-Based Research (NBR) Rating: der Einhaltung internationaler Normen kommt im Bereich Bergbau bzw. Metals and Mining im Speziellen eine besondere Bedeutung zu. Nicht selten ist die Bewertung von Firmen in dem Bereich unterdurchschnittlich. Dabei sollte immer Schweregrad und Aktualität von Verstößen gegen internationale Normen bewertet werden. Hier ist es unseren Fondsmanagern aus Nachhaltigkeitssicht wichtig, dass Nachhaltigkeitsrisiken von den Unternehmen angemessen adressiert werden. Langfristig glauben wir, dass anhaltende Kontroversen bei Unternehmen mit schlechtem NBR-Rating auch finanziellen Risiken oder Reputationsrisiken ausgesetzt sind.
  • SDG Impact Rating: Auch wenn die Förderung von Ressourcen einem Nachhaltigkeitszweck dient (bei der weiteren Verwendung), so ist der Eingriff auf Ökosysteme („terrestrial systems“) oftmals negativ. Bei der Bewertung des Sektors und einzelner Werte achten wir darauf, dass die negativen Einflüsse im Rahmen sind.
  • ESG Performance Rating unterdurchschnittlich: es gibt jedoch einzelne Bergbaukonzerne, die gemäß ISS-ESG Einschätzung als „Prime“ positiv auffallen. Bei dieser Bewertung geht es oft um interne Prozesse zum Risikomanagement, der Unternehmensführung oder dem Vorhandensein von Richtlinien und Standards innerhalb des Konzerns. Die Gesamtbewertung ist dabei relativ zum Sektor zu sehen.

[1]Quelle: MFI Asset Management GmbH, IEA.org, Copper – Outlook for key energy transition minerals

Positionierung zu Atomenergie und allgemeiner Stromerzeugung

Atomenergie: Zum derzeitigen Stand betrachtet die LAIQON Gruppe für ihre Publikumsfonds vor dem Hintergrund von gefährlichen und radioaktiven Abfällen kritisch. Aus diesem Grund folgen wir bei den meisten unserer Publikumsfonds den Vorgaben des FNG-Siegels.

Die vielfach zitierte Sichtweise, dass es sich bei Atomenergie um eine saubere und günstige Energiequelle handelt, kann dabei nur in Teilen geteilt werden. Gründe dafür sind die Nebenwirkungen hinsichtlich „do-no-significant-harm“ bei der Endlagerung. Hinzu kommen die Kosten der Endlagerung zulasten der Steuerzahler, die in der Regel nicht in die Kosten der Stromerzeugung mit einfließen. Des Weiteren sind wir gemäß nachhaltigkeitsbezogenen Offenlegungen der Offenlegungsverordnung zu einem jährlichen Ausweis von „gefährlichen und radioaktiven Abfällen“ gemäß der PAIs (Principal Adverse Impacts, wesentliche nachteilige Auswirkungen von Investitionsentscheidungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren) verpflichtet und wollen diese Kennzahl bestmöglich reduzieren.

Allgemeine Stromerzeugung: Im Falle von Stromerzeugung im Allgemeinen gilt für Publikumsfonds der LAIQON Gruppe, die unter die Namensgebungsleitlinie der ESMA fallen, eine Regel, die CO2-ineffiziente Stromerzeugung separat analysiert und im extremen Fall nicht investierbar macht.

Auch vielzitierte saubere Energiequellen wie zum Beispiel Wasserkraft können jedoch Nebeneffekte auf andere Umweltaspekte haben. Darunter fallen beispielsweise Auswirkungen auf Flüsse und Ufergebiete, (ggfs. unfreiwillige) Umsiedlung von Bevölkerungsteilen.

Bei folgenden Fonds kommt der Ausschluss von Fracking oder Ölsänden zum Einsatz

  • LF – Green Dividend World
  • LF – European Hidden Champions
  • LF – AI Equity Impact EU
  • LF – AI Equity Impact US
  • MainFirst – Global Equity Fund
  • MainFirst – Global Equity Uncontrained Fund
  • MainFirst – Megatrends Asia
  • LF – ASSETS Defensive Opportunities
  • LF – Sustainable Yield Opportunities
  • LF – Dynamic Yield Opportunities
  • MainFirst – Absolute Return Multi Asset
  • LF – Global Multi Asset Sustainable
  • LF – WHC Global Discovery
  • LF – MFI Rendite Plus
  • Selection Rendite Plus
  • LF – MFI Global Dynamic Protect[1]

[1] Hier gilt kein Ausschluss von Öl und Gas

Die Filterkriterien laufen systemgestützt über ISS-ESG bzw. über die vordefinierten Filter ESMA-Leitlinien für nachhaltigkeitsbezogene Fondsnamen. Die zentrale Überwachung läuft über den Head of Group Sustainability.

  • LF – Green Dividend World
  • LF – Global Multi Asset Sustainable
  • LF – WHC Global Discovery
  • LF – Sustainable Yield Opportunities
  • LF – ASSETS Defensive Opportunities
  • LF – Dynamic Yield Opportunities
  • LF – AI Equity Impact US
  • LF – AI Equity Impact EU
  • Selection Rendite Plus
  • MainFirst – Global Equity Fund
  • MainFirst – Global Equity Unconstrained Fund
  • MainFirst – Megatrends Asia
  • MainFirst – Absolute Return Multi Asset Fund

Positionierung zu staatlichen Emittenten

Die Bewertung von Nachhaltigkeitsaspekten für staatliche Emittenten (sovereign, supranational, agencies, kurz SSA) erfolgt über andere Parameter und Datenquellen als für Unternehmen (corporates). Dabei werden die Einschätzungen von internationalen Organisationen herangezogen, unter anderem von Freedom House oder Transparency International.

  • Freedom House Rating: Alles, was als „nicht frei“ eingestuft wird, wird gemeinhin als „nicht investierbar“ für Strategien der LAIQON Gruppe mit Nachhaltigkeitsausrichtung betrachtet
  • Korruptionswahrnehmungsindex (corruption perception index, CPI) von Transparency International: sollte dieser unter 35 liegen, gilt die Korruptionswahrnehmung in dem Land als hoch und damit „nicht investierbar“ für Nachhaltigkeitsstrategien
  • Ratifizierung des Pariser Klimaabkommens: Sollte ein Land das Pariser Klimaabkommen nicht ratifiziert haben, so gelten die Staatsanleihen des Landes für viele Strategien der LAIQON Gruppe mit Nachhaltigkeitsbezug als „nicht investierbar“
  • Ratifizierung von Biodiversitätskonventionen: Es gilt hierbei, ob ein Staat die wichtigsten Konventionen rund um die Erhaltung von Biodiversität anerkennt. Sollte dies nicht der Fall sein, so gelten die Staatsanleihen in vielen Fällen als „nicht investierbar“
  • Anwendung der Todesstrafe: Dies kann abgebildet werden je nach Strategie oder Kundenwunsch, kommt allerdings seltener als Ausschlusskriterien für Nachhaltigkeitsstrategien zum Einsatz.
  • Nicht-kooperative Steuerjurisdiktionen: Diese Länder und Regionen fallen oftmals unter die Ausschlusskriterien einer Kapitalverwaltungsgesellschaft. Meist fällt eine Anwendung aus, da die betroffenen Länder nahezu keine handelbaren Instrumente emittieren

Sub-Sovereigns und Landesbanken
Einzelne Bundesländer, Kommunen oder Städte werden in Bezug auf Anleiheemissionen wie der übergeordneten staatlichen Emittent bewertet. Landesbanken bekommen teilweise ein eigenes Unternehmensrating. Unternehmen in Staatsbesitz wie zum Beispiel Entwicklungsbanken werden ebenfalls entweder mit eigenem Unternehmensrating versehen oder bekommen eine Erwerbbarkeitsbewertung auf Basis des darüber liegenden Staates wegen des oftmals großen Einflusses. 

Supranationale Einrichtungen
Supranationale Einrichtungen sind zum Beispiel die Weltbank, die Europäische Investitionsbank (EIB), African Development Bank (ADB) etc. Da diese Organisationen oftmals soziale oder Infrastrukturziele verfolgen und / oder Emittenten von grünen oder sozialen Anleihen sind, werden hier nur selten Ausschlüsse angewendet. Im Bereich von Schwellenländern kann es allerdings auch kritische Faktoren geben, wenn der Staat mehrheitlich Kontrolle ausüben kann und somit maßgeblich die Governance der Einrichtung beeinflusst.

In folgenden Strategien der LAIQON Gruppe kommt es zum Ausschluss bestimmter Länder auf Ebene der Staatsanleihen

  • MainFirst – Absolute Return Multi Asset
  • LF – WHC Global Discovery
  • LF – Dynamic Yield Opportunities
  • LF – ASSETS Defensive Opportunities
  • LF – Sustainable Yield Opportunities
  • LF – Global Multi Asset Sustainable
  • LF – MFI Rendite Plus
  • LF – Global Dynamic Protect
  • Selection Rendite Plus
     

Datenquellen: auch die Drittquellen wie Freedom House oder Transparency International werden über ISS-ESG bezogen. Vereinzelt kann es zur Risikobewertung auch zur Anwendung weiterer Quellen kommen.

Positionierung zu Tabakproduktion oder -herstellung

Für Publikumsfonds mit einem Nachhaltigkeitsbezug im Fondsnamen werden Hersteller, die Umsätze mit Tabakproduktion oder Herstellung erzielen, ausgeschlossen. Hierbei folgen wir den Vorgaben der ESMA-Leitlinie für nachhaltigkeitsbezogene Fondsnamen. Dabei gilt eine Nulltoleranz auf die Produktion. Hintergründe dabei sind unter anderem erwiesene negative Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt, Ersteres durch die erwiesenen gesundheitlichen Schäden. Auch der Tabakanbau kann dabei im Verlaufe der Wertschöpfungskette negative Auswirkungen nach sich ziehen, so zum Beispiel im Bereich des Wasserverbrauchs, Auswirkungen auf Biodiversität oder mögliches ausbeuterisches Verhalten in Bezug auf Handel mit Tabakbauern.

Innerhalb der LAIQON Gruppe betrifft diese Positionierung die folgenden Publikumsfondsprodukte. Hier herrscht eine Nulltoleranz auf Tabakproduktion

  • LF – Global Multi Asset Sustainable
  • LF – Green Dividend World
  • LF – AI Equity Impact EU
  • LF – AI Equity Impact US
  • LF – Sustainable Yield Opportunities
  • Selection Rendite Plus

Weitere Publikumsfonds innerhalb der LAIQON schließen Tabakproduktion ab einem gewissen Umsatzanteil aus

  • LF – WHC Global Discovery (5%)
  • LF - European Hidden Champions (5%)
  • LF – ASSETS Defensive Opportunities (5%)
  • LF – Dynamic Yield Opportunities (5%)
  • LF – MFI Rendite Plus (10%)
  • LF – MFI Global Dynamic Protect (10%)
  • MF – Absolute Return Multi Asset (5%)

Aus der Datenquelle ISS-ESG wird dabei entweder auf die Mindestausschlusskriterien einer Paris Aligned Benchmark zurückgegriffen oder die Mindestausschlüsse für das FNG-Siegel (maximal 5% Umsätze)

Positionierung zu Zucker, Plastik, Palmöl oder Cannabis

Gewisse Endprodukte sind für Verbraucher und für die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft als kontrovers zu sehen. Einige davon werden teilweise in Finanzprodukten der LAIQON Gruppe aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen.

Einwegplastik: Die Verschmutzung von Natur und Meeren durch Einwegplastik wird regelmäßig kritisch thematisiert. Gerade in weniger entwickelten Nationen ist die Verwendung des Produktes jedoch oftmals Teil des Alltags. Einwegplastik kombiniert extrem kurze Nutzungsdauer mit dauerhaftem Schaden für Umwelt, Klima und Gesellschaft – unserer Auffassung nach ein klassisches Beispiel für systemisches Marktversagen. 

Zucker: Zucker verursacht entlang seiner gesamten Wertschöpfungskette erhebliche ökologische Schäden, soziale Ungleichheiten und massive Gesundheitskosten – bei gleichzeitig geringem gesellschaftlichem Nutzen.

Palmöl: Palmöl verbindet hohe Effizienz pro Hektar mit extremen Umwelt- und Sozialkosten – vor allem dort, wo Regulierung, Transparenz und Durchsetzung schwach sind. Hier gelten keine verbindlichen Ausschlusskriterien. Für einige Sektoren wie zum Beispiel Konsumgüter oder auch der Nahrungsmittelindustrie ist Palmöl oft einer der effizientesten Rohstoffe. Wir glauben daran, dass Unternehmen eine Vielzahl an Maßnahmen bereits getroffen haben, um negative Umwelt- und Sozialauswirkungen einzudämmen.

Cannabis: Hier gelten keine verbindlichen Ausschlusskriterien für die Strategien der LAIQON Gruppe. Gleichwohl führen wir an, dass ein Großteil der Unternehmen aus diesem Segment für die Strategien wenig bis keinerlei Relevanz hat.

Folgende Publikumsfonds der SPSW Capital GmbH schließen dabei die größten Hersteller von Zucker oder Einweg-Plastik aus dem Anlageuniversum aus:

  • MainFirst – Global Equities Fund
  • MainFirst – Global Equities Unconstrained Fund
  • MainFirst – Absolute Return Multi Asset
  • MainFirst – Megatrends Asia

In weiteren Spezialfonds und Mandaten können oben genannte Kriterien ebenfalls zum Einsatz kommen in Form einer mit dem Kunden definierten Ausschlussliste. Da viele der Hersteller von Einwegplastik auch bereits über andere Ausschlusskriterien (wie zum Beispiel aus der erdölverarbeitenden Industrie) nicht investierbar sind, schließen auch andere Strategien der LAIQON Gruppe indirekt Hersteller von Einwegplastik aus.

Als Datenquelle für den Ausschluss von Einwegplastik oder Zucker werden öffentlich zugängliche Quellen verwendet und regelmäßig aktualisiert. Für Cannabis und Palmöl können ebenfalls (auf Wunsch institutioneller Kunden) öffentliche Datenbanken oder auch ISS-ESG zum Einsatz kommen

Positionierung zu anderen kontroversen Geschäftspraktiken

Fernab von teilweise regulatorisch bedingten Ausschlüssen ist die LAIQON Gruppe der Auffassung, dass einige ihrer Publikumsfonds die (teilweise gravierenden) negativen Auswirkungen gewisser Branchen oder Geschäftspraktiken auf Umwelt und / oder Gesellschaft vermeiden sollten. Aus diesem Grund finden Investitionen durch unsere Publikumsfonds in einige der u.g. Sektoren nur bedingt statt:

1. Genetisch Modifizierte Organismen (GMO) / Gentechnik: GMOs werden oft im Zusammenhang mit negativen Auswirkungen auf Biodiversität genannt. Gentechnik hingegen kommt oft bei kirchlichen oder wertebasierten Einrichtungen zum Tragen

2. Glücksspiel: die gesellschaftlichen Auswirkungen von Glücksspiel insbesondere von Glücksspielsucht sind gemeinhin bekannt. Dazu zählt das Risiko des finanziellen Ruins durch massive Schulden, sozialer Isolation und dem Verlust von Beziehungen, Job und Wohnung; psychisch zu Depressionen, Angstzuständen und hohem Suizidrisiko; körperlich zu Schlafstörungen und Stress; sowie oft zu Kriminalität zur Geldbeschaffung. Daher zählt für viele LAIQON Fonds bereits geringer Umsatz mit Betrieb oder Angebot von Glücksspieldienstleistungen als Ausschlusskriterium

3. Erwachsenenunterhaltung: Das Geschäft mit Erwachsenenunterhaltung insbesondere der Produktion dahinter ist oft mit negativen gesellschaftlichen Auswirkungen verbunden. Dahinter stecken oft mögliche Menschenrechtsverletzungen im Zusammenhang mit Menschenhandel. Auch führt die Intransparenz der Zahlungsströme zu einem erhöhten Risiko von Steuerhinterziehung

4. Tierwohl, Massentierhaltung, Pelze: Spezielle Anlegergruppen mit ethischen Wertevorstellungen versuchen, durch Ausschlüsse die negativen Auswirkungen dieser Geschäftsmodelle einzudämmen. Sofern die Informationen vorhanden sind, führen für einige der LAIQON Publikumsfonds bereits geringe Umsatzanteile mit Aktivitäten, die sich schädlich auf Tierwohl auswirken, bereits zum Ausschluss 
 

Bei folgenden Fonds der LAIQON Gruppe kommt es zu Einschränkungen

  • LF – Green Dividend World (2, 3 und 4)
  • MainFirst – Global Equities Fund (1 im Bezug auf GMOs und 3)
  • MainFirst – Global Equities Unconstrained Fund (1 im Bezug auf GMOs und 3)
  • MainFirst – Megatrends Asia  (1 im Bezug auf GMOs und 3)
  • LF – Sustainable Yield Opportunities (2 und 3)
  • LF – ASSETS Defensive Opportunities (2 und 3)
  • LF – Dynamic Yield Opportunities (2 und 3)
  • LF – Global Multi Asset Sustainable (2 und 3)
  • LF – WHC Global Discovery (2 und 3)
  • MainFirst – Absolute Return Multi Asset  (2 und 3)
  • Selection Rendite Plus (2 und 3)
  • LF – MFI Rendite Plus (2 und 3)

Datenquellen und Datenpunkt: Hier kommt im Wesentlichen ISS Sustainability Solutions zum Einsatz. Sowohl Umsatzschwellen als auch Teile der Wertschöpfungskette werden hier analysiert. Nähere Details können den vorvertraglichen Dokumenten des jeweiligen Produktes entnommen werden, diese sind zu finden unter: laiqon.com/solutions (nur für qualifizierte Anleger)