Der Absolute Return Multi Asset Fonds konnte im Mai über 2,5% an Wert gewinnen und liegt damit im laufenden Kalenderjahr oberhalb des Zielpfads von 5% p.a.. In einem Umfeld steigender Inflation und anhaltender geopolitischer Unsicherheit lieferte die Aktienseite mit einer Nettoquote von 36% erneut den wichtigsten Beitrag zur Fondsentwicklung, während die Anleiheseite weiter bewusst vorsichtig ausgerichtet blieb. Die Investitionen in Rohstoffe lagen bei 13% und verzeichneten leichte Abschläge.
Das Marktumfeld wurde im Mai wesentlich durch die Berichterstattung zum ersten Quartal und die geopolitische Neuordnung geprägt. Besonders hervorzuheben ist das Treffen zwischen Donald Trump und Präsident Xi in China. Begleitet wurde das Treffen von einem Stab hochrangiger Unternehmensvertreter. Für die Kapitalmärkte ist dieses Signal relevant, weil es Gespräche von Wirtschaftsvertreter für die Planbarkeit grenzüberschreitender Lieferketten, Investitionen und Handelsbeziehungen gab.
Im Energiesektor sorgte der Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC für Aufmerksamkeit. Die Entscheidung, die eigene Förderquote künftig selbst bestimmen zu wollen, unterstreicht die zunehmende strategische Eigenständigkeit einzelner Produzenten. Für den Ölmarkt dürfte dies tendenziell eine Ausweitung der Fördermenge in Aussicht stellen.
Fundamental blieb das Umfeld insgesamt konstruktiv. Die Unternehmen konnten in der Q1-Berichterstattung mit starken Zahlen überzeugen. Insbesondere in den USA und in Asien mussten die Analysten infolge der guten Bilanzen ihre Gewinnschätzungen anheben. Besonders hervorzuheben ist, dass der Umsatzanstieg auf Indexebene in den USA mit rund 10% das schnellste Wachstum seit 2021 markierte. In der AR Multi Asset Strategie konnten die investierten Unternehmen mit einem Umsatzwachstum von über 20% überzeugen.
Einen besonders starken Beitrag dazu lieferte der Halbleitersektor. Nvidia überzeugte mit einem organischen Umsatzwachstum von 85%. Im Speicherchipsegment sorgten die führenden Unternehmen wie SK Hynix und Micron Technologies zusätzlich für Aufmerksamkeit, da sie nicht nur positive Überraschungen bei der Veröffentlichung ihrer Gewinne lieferten, sondern zugleich durch ihre Marktkapitalisierung in den Kreis der Billionen-Dollar-Unternehmen aufstiegen. Gleichzeitig blieb bemerkenswert, dass sich die Bewertung der Speicherchipaktien auf Basis der Konsensus Schatzungen mit einem einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis nicht wesentlich verändert hat, weil die Gewinnschätzungen von Analystenseite im ähnlichen Ausmaß angehoben wurden.
Auch bei den Cloud-Anbietern setzte sich die Nachfragebeschleunigung fort. AWS zeigte ein Wachstum von 28%, die Cloudsparte Google`s von 63% und Microsoft Azure von 39%. Gleichzeitig deuten die starken Ergebnisse bei Snowflake darauf hin, dass die Nachfrage nach datengetriebenen Anwendungen und skalierbaren Infrastrukturmodellen über die großen Plattformanbieter hinaus anhält. Für wachstumsorientierte Strategien bleibt das Umfeld damit aus fundamentaler Sicht attraktiv.
Auf der anderen Seite zählten Fujikura und HD Hyundai Electric auf Monatsbasis zu den Verlierern. Beide Unternehmen profitieren grundsätzlich von den geplanten Investitionen im Bereich der Datenzentren, zeigten sich in ihrem Ausblick trotz wachsender Auftragsbestände jedoch vergleichsweise konservativ. Diese vorsichtige Haltung des Managements unterstreicht aus unserer Sicht eher die Qualität der Unternehmensführung. Entsprechend wurde das Engagement bei Fujikura aufgestockt.
Zur Finanzierung wurden nach guter Performance die Gewinne bei Fast Retailing mitgenommen.
Innerhalb der kritischen Rohstoffe zeigte sich eine gewisse Divergenz. Während Kupfer von relativer Stärke geprägt war, notierten die Edelmetalle mit Abschlägen und zeigten sich negative zu den Inflationserwartungen korreliert. Im Minensektor sehen wir inzwischen die erwarteten Steigerungen der operativen Gewinne, jedoch gibt es in der Verwendung dieser zusätzlichen Ertragskraft wesentliche Unterschiede. Pan American Silver betonte seine Bereitschaft zu einer höheren Dividende und zu Aktienrückkäufen. Agnico Eagle plant dagegen, langfristig rund 12 Mrd. US-Dollar in bestehende und neue Minen zu investieren. Equinox nutzt die aktuelle Stärke, um einen Zusammenschluss mit Orla Mining voranzutreiben. Entsprechend reagierten die Kurse der Minenaktien sehr unterschiedlich. Diese divergierende Kapitalallokation unterstreicht, dass nicht nur das Gewinnwachstum selbst, sondern auch dessen Verwendung für die Aktienkursentwicklung maßgeblich bleibt.
Die Anleihenmärkte blieben dagegen von Zurückhaltung geprägt. Zehnjährige Staatsanleihen aus Großbritannien notierten zwischenzeitlich oberhalb von 5%. Langlaufende US-Treasuries und japanische Staatsanleihen mussten im Monatsverlauf ebenfalls Zinszuschläge verzeichnen und reflektieren damit die Sorge um die Schuldentragfähigkeit. Vor diesem Hintergrund bleiben wir mit einer Duration von knapp 4 auf mittlere Laufzeiten fokussiert und halten die Rentenseite weiterhin defensiv strukturiert.