Robo Advisor – Automatisiert zum Vermögensaufbau

Noch immer parken viele Deutsche ihr Geld traditionell auf dem Sparbuch, anstatt es am Aktienmarkt zu investieren. Häufig ist die Sorge groß, viel Geld zu verlieren, weil man sich mit Aktien und Co. nicht auskennt. Digitale Vermögensverwalter, sogenannte Robo-Advisors, können dabei helfen, dennoch in den renditestarken Handel mit Wertpapieren einzusteigen.

Was ist ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor ist ein digitaler Vermögensverwalter, der Sie kostengünstig und automatisiert beim Vermögensaufbau unterstützt und Ihnen die Möglichkeit bietet, Geld anzulegen. So sparen Sie Zeit und halten Ihren Aufwand in Sachen Geldanlage gering.

Robo-Advisors eignen sich deshalb vor allem für Anlegerinnen und Anleger, die ihr Portfolio nicht selbst aufbauen und verwalten und die möglichst wenig Zeit in ihren Vermögensaufbau investieren wollen. Auch, wer noch wenig erfahren ist im Bereich Kapitalanlage, profitiert von den digitalen Vermögensverwaltern.

Der Name leitet sich von den englischen Begriffen für Roboter (Robot) und Berater (Advisor) ab, beschreibt also einen automatisierten Berater. Robo-Advisors gibt es bereits seit 2008, die Entwicklung hin zur digitalen Anlageberatung begann allerdings schon Anfang der 2000er-Jahre. Nachdem in den USA die ersten Robo-Advisor-Unternehmen an den Start gegangen waren, setze sich die automatisierte Art des Vermögensaufbaus auch in Europa durch.

Wie funktionieren Robo-Advisors?

Robo-Advisors nutzen Algorithmen, um ein individuell auf den Kunden zugeschnittenes Portfolio zusammenzustellen. Dazu füllt der Nutzer online einen Fragebogen aus, bei dem unter anderem Anlagesumme, Anlagedauer, Risikobereitschaft und Alter abfragt werden. Auf Basis der eingegeben Daten des Kunden schlägt der Robo-Advisor ein passendes Portfolio vor.

Für alle Anlageziele und Risikoneigungen gibt es passende Lösungen. Ist der Nutzer mit dem zusammengestellten Portfolio zufrieden und stimmt der Aufteilung zu, baut der digitale Vermögensverwalter es technisch auf, überwacht es und schichtet bei Bedarf um. All das geschieht automatisiert und auf Basis des jeweiligen Algorithmus des Anbieters. Die Verantwortung über das eigene Investment gibt der Kunde an den Vermögensverwalter ab und hat somit Zeit für die noch wichtigeren Dinge im Leben.

Die meisten Robo-Advisors arbeiten auf Basis von Exchange Traded Funds, den sogenannten ETFs. Dabei handelt es sich um börsennotierte Indexfonds, die einen Aktienindex abbilden und an der Börse gehandelt werden. Sie sind kostengünstige und relativ einfache Anlageprodukte und daher für viele digitale Vermögensverwalter interessant.

Nicht jeder Robo Advisor arbeitet ausschließlich auf Basis von ETFs. Der von LAIC, einem Tochterunternehmen der LAIQON AG entwickelte LAIC ADVISOR® funktioniert beispielsweise ein wenig anders. Zwar kommen auch hier ETFs ins Spiel, allerdings setzt der LAIC ADVISOR® auf aktiv verwaltete Fonds, um eine breite Streuung zu sichern und höhere Rendite zu erzielen. Um die Kosten zu optimieren, kommen zusätzlich ETFs zum Einsatz. Um für jeden Kunden das passende Portfolio zusammenzustellen, scannt der LAIC ADVISOR® ca. 12.000 aktiv gemanagte Fonds und ca. 1.500 ETFs. Zusätzlich wird der Algorithmus des LAIC ADVISOR® von einem hochqualifizierten Investmentausschuss überwacht.

Die Vorteile von Robo Advisors

Robo-Advisors sind kostengünstig, agieren automatisiert auf Basis von Daten und Algorithmen und zeichnen sich durch Transparenz aus. Dem Kunden wird detailliert erklärt, wieso welche Anlageklassen vorgeschlagen werden, welche Kosten anfallen und auch, bei welcher Partnerbank das Guthaben aufbewahrt wird, sofern der Robo-Advisor nicht selbst von einer Bank oder Sparkasse angeboten wird.

Auch im weiteren Verlauf des Investments bleibt die digitale Vermögensverwaltung transparent. Kunden haben stets einen Überblick über das eigene Portfolio, die Wertentwicklung und die getätigten Transaktionen. Dafür setzen die Robo-Advisor-Anbieter auf Online-Plattformen und/oder Apps.

Welche Anlagestrategien nutzen Robo-Advisors?

Die Anlagestrategien der digitalen Vermögensverwalter sind sehr unterschiedlich. Für die Anlegerinnen und Anleger ist es im Grunde am wichtigsten, zu überlegen, ob ihnen eine passive oder eine aktive Strategie beim Erreichen ihrer Anlageziele hilft. Dazu sollten sie auch die unterschiedlichen Gebühren im Hinterkopf behalten. Welche Strategie der gewählte Robo-Advisor anwendet, ist für den Anleger erst einmal zweitrangig.

Welche Arten Robo-Advisors gibt es?

Es gibt aktive und passive Robo-Advisors. Der Unterschied besteht darin, dass bei den passiven Vermögensverwaltern einmalig ein statisches Portfolio erstellt wird, das der Entwicklung des Marktes und der Zielallokation folgt. In der Regel findet einmal im Jahr das sogenannte Rebalancing statt, bei dem das Portfolio auf die anfängliche Verteilung der Anlageklassen zurückgesetzt wird.

So kann der Kunde sicher sein, dass die korrekte Verteilung des angelegten Kapitals – zum Beispiel 60 Prozent in Anleihen, 40 Prozent in Aktien – eingehalten wird. Ansonsten wird nichts am Portfolio verändert.

Aktive Robo-Advisors greifen, wie der Name schon verrät, stärker ins Portfolio ein. Die Geldanlage wird dabei dauerhaft überwacht und optimiert, sofern Bedarf besteht. Ziel ist es, drohenden Verlusten entgegenzusteuern und eine höchstmögliche Rendite zu erwirtschaften. LAIC folgt mit seinem Robo-Advisor dem aktiven Ansatz. Potenzielle Marktverluste werden mithilfe von Risikomanagement-Parametern erkannt und gegebenenfalls Umschichtungen im Portfolio des Kunden vorgenommen.

Wie ist die Performance von Robo-Advisors?

Das turbulente Börsenjahr 2022 hatte auch Auswirkungen auf die Wertentwicklung der Robo-Advisors. Im laufenden Jahr rutschten alle digitalen Vermögensverwalter ins Minus – manche verloren über 30 Prozent an Wert. 2021 gab es dagegen nur sehr wenige Robo-Advisor mit negativer Peformance. Die meisten steigerten ihren Wert deutlich – nicht selten gewannen sie zwischen 10 und 20 Prozent. Auch die Jahre davor sind größtenteils von positiven Wertsteigerungen gekennzeichnet.

So wie bei allen Investment-Produkten besteht bei Robo-Advisors selbstverständlich ein Verlustrisiko. Wer aber Zeit für eine langfristige Geldanlage hat und sie auch während einer Baisse, also einer Phase starker anhaltender Kursrückgänge an der Börse, halten kann, dem winken hohe Erträge.

Was sind die Vorteile von Robo-Advisors gegenüber einem selbstverwalteten Portfolio?

Neben der digitalen Vermögensverwaltung haben Anleger die Möglichkeit, ihr Portfolio selbst aufzubauen und zu pflegen. Das ist in der Regel zwar kostengünstig, bedarf aber gewisser Kenntnisse und kostet zudem Zeit und Disziplin. Der ETF-Markt ist mittlerweile sehr groß geworden und Investoren, die ihr Portfolio selbst verwalten, sollten über grundlegende Mechanismen Bescheid wissen, um potenzielle Risiken zu vermeiden.

Anleger müssen verstehen, wie sich die einzelnen Produkte im Portfolio beeinflussen, sie müssen auf Diversifikation, also breite Streuung achten, damit sie nicht versehentlich Klumpenrisiken aufbauen. Hinzu kommt die Psyche: Läuft es gut, sollten Anleger nicht leichtsinnig werden; läuft es schlecht, sollten sie nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

Wem das Finanzwissen fehlt, wer seine Zeit lieber anders nutzen will oder sich nicht sicher ist, ob er immer rational handeln kann, ist mit einem Robo-Advisor besser beraten. Die automatisierten Verwalter streuen aufgrund der Diversifikation das Risiko, agieren emotionslos und schließen menschliche Fehler bei der Geldanlage aus. Mit einem digitalen Vermögensverwalter profitieren Investoren von einem langfristig stabilen Portfoliorisiko und einer höheren Rendite. Die aktiv verwalteten Robo-Advisor zeichnen sie sich zudem durch ihr professionelles Portfoliomanagement aus – das ist die geringen Mehrkosten wert.

Welche Nachteile haben Robo-Advisors?

Ein Robo-Advisor stellt dem Anleger ein optimal auf seine Bedürfnisse und Ziele ausgerichtetes Portfolio zusammen. Als Finanzportfolioverwalter tragen Robo-Advisor aus regulatorischer Sicht die Verantwortung über das Portfolio des Anlegers, weshalb ein eigenständiges Eingreifen des Anlegers in die Zusammensetzung des Portfolios nicht möglich ist. Ein Hinzufügen oder Entfernen von Produkten durch den Anleger ist nicht möglich. Wer auf Robo-Advisor setzt, möchte das aber in der Regel gar nicht machen, weil das nötige Wissen oder die Zeit fehlen. Faktoren wie Anlageziel oder Risikobereitschaft lassen sich zudem jederzeit vom Anleger anpassen – den Rest macht der Robo-Advisor.

Der andere mögliche Nachteil bezieht sich auf die Kosten. Die digitale Vermögensverwaltung gibt es nicht umsonst. Gebühren erheben alle Robo-Advisor. Wer sich gut im Finanzbereich auskennt und sich ein eigenes Portfolio aufbauen und es verwalten will, kommt sicher günstiger weg. Die investierte Zeit und den Aufwand sollten Anleger dann allerdings gegenrechnen.

Worin unterscheiden sich Robo-Advisors von aktiv gemanagten Fonds?

Im Prinzip funktioniert die Geldanlage über einen Robo-Advisor ähnlich wie die über einen Fondsmanager. Der große Unterschied: Der digitale Vermögensverwalter setzt auf Algorithmen und arbeitet computerbasiert. Menschliche Fehlentscheidungen sind daher nahezu ausgeschlossen. Ein Robo-Advisor überlegt nicht, ob er nun kaufen oder verkaufen soll, er wird nicht nervös und trifft Entscheidungen rein auf Basis von Daten.

Ein Fondsmanager macht beim Aufbauen und Verwalten des Portfolios zwar die gleiche Arbeit, aber eben als Mensch. Die Anlageform ist fehleranfälliger und teurer. Die Kosten für aktiv über einen Fondsmanager verwaltete Anlagen liegen in der Regel höher als die für digitale Vermögensverwalter. Vergleiche zeigen, dass Robo-Advisors bis zu 1,5 Prozent günstiger sind als aktiv verwaltete Fonds. Über einen langen Zeitraum gesehen, macht das einiges aus.

Wie hoch sind die Kosten für Robo-Advisors?

Die jährlichen Gebühren für den Service eines Robo-Advisors liegen bei den Anbietern in Deutschland zwischen 0,33 und 1,40 Prozent des Anlagebetrags. Die Höhe richtet sich nach der Anlagesumme – bei höheren Anlagebeträgen reduzieren manche Anbieter die Gebühren. Zusätzlich zahlen Anleger die Fondskosten, die durchschnittlich bei 0,15 Prozent pro Jahr liegen.

Bei einer Anlagesumme von 50.000 Euro zahlen Anleger somit bei den verschiedenen Anbietern zwischen 165 Euro und 750 Euro pro Jahr. Einige digitale Vermögensverwalter verzichten gänzlich auf Servicegebühren und berechnen nur die Fondskosten. Die meisten Robo-Advisor bieten Sparpläne an, die Mindestanlage ist unterschiedlich hoch.

Spezialtipp: Nachhaltig Geld anlegen mit Robo-Advisors

Viele Robo-Advisors bieten ihren Kunden mittlerweile nachhaltige Portfolios an. Hierbei wird das Geld nach ESG-Kriterien angelegt, mitunter können Anleger sogar auswählen, wie nachhaltig die Geldanlage sein soll. Hier lohnt ein Vergleich der unterschiedlichen Anlagestrategien der Robo-Advisors. Bei growney, dem digitalen Vermögensverwalter, gilt für die nachhaltige Geldanlage, dass sich nur nachhaltige ETFs im Portfolio wiederfinden.

FAQ zu Robo-Advisors

In Deutschland sind aktuell knapp 25 digitale Vermögensverwalter tätig, weltweit ca. 350.

Die Assets under Management aller Robo-Advisors in Deutschland liegen laut dem Finanzportal extraETF bei rund 13 Mrd. Euro (Stand: September 2022).

2010 gründete Matthias Lamberti mit yavalu den ersten deutschen Robo-Advisor. Er verkaufte sein Start-up 2013 an die Scout24 Gruppe. Im gleichen Jahr brachten auch die Sutor Bank und die Quirin-Bank einen Robo-Advisor auf den Markt.

Laut einer Statistik des Digital Market Outlooks von Statista wird die Anzahl derjenigen, die Robo-Advisor nutzen in Deutschland bis 2026 auf ca. 3,85 Millionen steigen. Für 2022 prognostizierte das Unternehmen 3,16 Millionen Nutzer, wobei die Markt-Auswirkungen des Krieges gegen die Ukraine noch nicht berücksichtigt wurden.

Das verwaltete Vermögen soll laut Statista bis zum Jahr 2026 auf über 30 Milliarden steigen.

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