Digitalisierung
Eine repräsentative Online-Umfrage von Wealthcap unter institutionellen Investoren aus dem Jahr 2021 hat ergeben, dass sie in der Digitalisierung in den nächsten drei bis fünf Jahren die größte Chance für das Investmentportfolio ihres Unternehmens sehen. 39 Prozent der Befragten gaben an, dass Künstliche Intelligenz und Digitalisierung für sie die chancenreichsten Trends sind. Im Hinblick auf dieseAussage kann folgerichtig im Jahr 2023 gesagt werden, dass die Unternehmen aus diesen Sektoren starke Kursgewinne verzeichnet haben. Beispielsweise profitierten Unternehmen, wie z.B. Nvidia oder AMD, von der erhöhten Marktnachfrage nach Digitalisierung/künstlichen Intelligenz zum Vergleichsjahr 2021 überproportional.
Sie halten aber nicht nur auf der Anlage-, sondern auch auf der Dienstleistungsseite Einzug und wirken sich damit auf alle Teile der Wertschöpfungskette aus, wie Frau Dr. Sofia Harrschar, Head of Alternative Investments & Structuring bei Universal-Investment, in einem Interview sagte. Services auf der Blockchain, Kryptowährungen, Tokens und Co. verändern die Welt der alternativen Assets. Das Interesse ist hoch und zukünftig haben die Trends „Künstliche Intelligenz“ und „Digitalisierung“ weiterhin hohes Potential.
Nachhaltige Immobilien
Immobilien haben mittlerweile einen hohen Anteil am gesamten Investment institutioneller Anleger. Durch die COVID-19-Pandemie hat sich allerdings die Anlagestrategie institutioneller Anleger verändert. Union Investment hat im Rahmen der Studie „Immobilien-Investitionsklima in Europa“ herausgefunden, dass 2020, also in Zeiten der Corona-Krise, 58 Prozent der befragten 150 Profianleger in Deutschland, Frankreich und Großbritannien auf die Strategie „Weniger Risiko, geringere Rendite“ setzten. Vor Ausbruch der Pandemie waren es 35 Prozent, die diese Anlagestrategie verfolgten.
Was ebenfalls deutlich wird: Das Interesse an Nachhaltigkeit, insbesondere nachhaltigen Investments, ist weiterhin groß. Laut der „Future Asset Allocation“-Studie von Wealthcap, in welchen Bereichen institutionelle Anleger in den kommenden Jahren die größten Chancen sehen, rangiert die Nachhaltigkeit auf Platz 2 hinter dem Trend der Digitalisierung. Für institutionelle Anleger kann es daher weiterhin interessant sein, sich auf nachhaltige Immobilien zu konzentrieren, denn durch neue Gesetze und Verordnungen, ist davon auszugehen, dass Nachhaltigkeitsaspekte im Wohnungsbau und bei Sanierungen eine immer stärkere Rolle spielen.
Der Krieg Russlands gegen die Ukraine, die Energiekrise und die Inflation sorgen seit Februar 2022 allerdings dafür, dass der Nachhaltigkeitsaspekt bei vielen Investoren von der Zinsentwicklung verdrängt wird. „Die Zinsentwicklung ist als Megatrend mit Macht wieder aufs Tableau getreten und dominiert derzeit alles in der Immobilienwirtschaft“, sagt Paul von Drygalski, Director bei EY Real Estate und Autor der Studie „Trendbarometers Immobilien-Investmentmarkt“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. „Umso wichtiger ist es jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren, dabei die anderen Herausforderungen, etwa im Bereich der nachhaltigen Transformation, nicht aus den Augen zu verlieren und den begonnenen Weg weiterzugehen“, appelliert von Drygalski an die Immobilien-Investoren.
Alternative Anlagen
Immer mehr institutionelle Anleger erkennen die Vorteile von alternativen Anlagen. Sie erhöhen die Rendite und sorgen für eine geringere Volatilität des Portfolios. Dabei entdecken Investoren vermehrt nicht nur die Künstliche Intelligenz (kurz: KI), sondern auch den Bereich Infrastruktur und erneuerbare Energien als Möglichkeiten der Geldanlage. „56,9 Prozent möchten in naher Zukunft erstmalig in KI investieren. Dabei favorisieren 70,4 Prozent von ihnen Private Debt. Es folgen im Beliebtheitsranking Infrastruktur Equity mit 40,0 Prozent, Erneuerbare Energien mit 36,4 Prozent, Wald- und Landwirtschaft mit 33,3 Prozent und Privat Equity mit 30,4 Prozent. Außergewöhnlich sind dabei auch die aufgezeigten 33,3 Prozent, die forst-/agrarwirtschaftliche Anlagen in ihre Allokation einbeziehen möchten. Lange Zeit galten diese z als überholt, renditeschwach und risikobehaftet. Jetzt interessieren sich besonders Versicherungen, Stiftungen und Family Offices für diese Investitionsklasse“, heißt es in der 2022 durchgeführten Studie „Präferenzen institutioneller Anleger bei Immobilien und Alternativen Investments“ von artis Institutional Capital Management und Telos.
Die institutionellen Anleger, die bereits in alternative Anlagen investieren, präferieren Infrastruktur-Anlagen und Investments in erneuerbare Energien. In den Bereichen Verkehr und Soziales sehen ebenfalls viele Anleger und Anlegerinnen eine echte Chance. „Bei Verkehrsinfrastruktur geht es zukünftig weniger um den Ausbau des Straßennetzes, sondern vielmehr um die Partizipation an der Fortentwicklung und den Ausbau internationaler Transportketten. Diese begünstigen beispielsweise den Gütertransport auf der Schiene oder per Schiff, was ebenfalls als ein ökologischer Beitrag zur Energiewende angesehen werden kann. Die EU-Kommission hat im Jahr 2020 das Ziel ausgegeben, bis zum Jahre 2030 ca. 30% und bis zum Jahre 2050 ca. 50% des Straßengüterverkehrs über 300 km auf andere Verkehrsträger, wie Eisenbahn- oder Schiffsverkehr verlagern zu wollen“, erklärt Sebastian Thürmer von artis Institutional Capital im Gespräch mit IPE D.A.CH. Ein weiterer Vorteil alternativer Anlagen ist laut Thürmer, dass Nachhaltigkeitsaspekte bei ihnen deutlich zielgerichteter eingebunden werden können.